Autismus-Spektrum

Die Erscheinungsformen des Autismus-Spektrums gehören nach den Diagnosekriterien der Weltgesundheitsorganisation (1992) zu den tiefgreifenden Entwicklungsstörungen (ICD 10).

Es wird derzeitig noch nach der Ausprägung, der allgemeinen Entwicklung der Selbständigkeit sowie dem Alter beim Auftreten der Symptome unterschieden:

Frühkindlicher Autismus

Für Außenstehende deutliche deutliche Ausprägungen, welche in den ersten 3 Lebensjahren zum Ausdruck kommen. In der Regel besteht Assistenzbedarf bei der Alltagsbewältigung. Es werden intellektuelle Beeinträchtigungen angegeben. Es ist jedoch schwierig, diese bei autistischen Menschen zu beurteilen. Die Durchführung von Intelligenztests gelingt in der Regel nicht.
Die klassischen Varianten dieser Erscheinungsform lassen sich inzwischen gut diagnostizieren.

Atypischer Autismus

Es zeigen sich dieselben Symptome wie beim Frühkindlichen Autismus, jedoch individuell unterschiedlich nicht in allen Bereichen, oder aber diese kommen erst nach dem 3. Lebensjahr zum Ausdruck.

Asperger-Syndrom

Vielfältige Erscheinungsformen, die oft erst nach dem 3. Lebensjahr deutlicher zum Ausdruck kommen. Bei teilweisen guten bis überdurchschnittlichen intellektuellen Fähigkeiten kann es in manchen Situationen zu großen Problemen bei der Alltagsbewältigung sowie im sozialen und kommunikativen Bereich geben.

Diese Erscheinungsformen sind in ihrer Vielfalt nach wie vor noch wenig bekannt. Die Übergänge zu dem, was in unserer Gesellschaft als Normalität gilt, sind fließend. Auch in akademischen Berufen gibt es Menschen mit Asperger-Syndrom. Für "Außenstehende" ist ihre  Andersartigkeit teilweise nicht ersichtlich, weil sich diese Menschen oft bis zur völligen Erschöpfung versuchen, an unsere gesellschaftlich festgelegten Anforderungen anzupassen.

Die Diagnoseerstellung ist teilweise sehr schwierig und zieht sich oft über viele Jahre hinweg, manchmal bis ins Erwachsenenalter. Die Ursachen der Andersartigkeit werden häufig als „Erziehungsproblematik“ der Eltern gedeutet, wobei es auch vielerlei andere Fehldiagnosen gibt.

Die Erwartungshaltungen, Lernbedingungen und das gesamte Umfeld entsprechen von Geburt an nicht den Bedürfnissen der autistischen Kinder. Ihre besonderen Fähigkeiten können dadurch nicht entwickelt werden. Überforderungssituationen, Versagensängste und Depressionen bei allen Beteiligten (auch bei den Angehörigen) sind oft die Folge.

Zuordnungen zu den diagnostischen Begriffen

Eindeutige Zuordnungen zu den verschiedenen Formen sind vielfach nicht möglich, die Übergänge sind fließend. Man spricht deshalb inzwischen von einem Autismus-Spektrum. Diese Bezeichnung basiert auf der Auffassung, dass sich die einzelnen Formen nicht qualitativ unterscheiden, sondern lediglich im Grad ihrer Ausprägung.

Die Diagnosekriterien ICD10 werden zur Zeit überarbeitet. 

In den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie sind die Informationen zur Diagnostik zusammengestellt.  Grundlage bilden die Diagnosekriterien ICD-10 (F84)

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