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Was ist anders?

Der Begriff Autismus wird für eine Vielfalt an Erscheinungsformen verwendet, deren Beschreibung von der Sichtweise und dem jeweiligen Erklärungsmodell abhängig ist.
 

Man ist sich inzwischen einig, dass auf Grund von neurologischen, noch nicht näher bekannten Unterschieden des Zentralen Nervensystems die Verarbeitungsprozesse im Gehirn anders verlaufen. Dies wird durch bildgebende Verfahren und Aussagen von autistischen Menschen belegt.

Bei den im folgenden aufgeführten Besonderheiten handelt es sich um Aspekte, die bei autistischen Menschen in individuell unterschiedlichen Kombinationen und Ausprägungen zum Ausdruck kommen können - eventuell auch nur in manchen Situationen oder Lebensabschnitten. 
 

Informationsverarbeitung

Als Folge einer anderen Art der Wahrnehmungsverarbeitung und einem Umfeld, das nicht auf diese Andersartigkeit eingestellt ist, kommt es von Geburt an zu einem anderen Entwicklungsverlauf, anderen Verhaltensweisen und einem anderen Verständnis der Welt.

Aspekte dieser anderen Wahrnehmungsverarbeitung wirken sich auf alle Entwicklungsbereiche aus. In einer Gesellschaft, die nicht darauf eingestellt ist, kommt es zu Missverständnissen und Schwierigkeiten. Diese kommen am deutlichsten in völlig individuellen Kombinationen und Ausprägungen in  den folgenden Bereichen zum Ausdruck:
 

Nach den international anerkannten Diagnosekriterien der Weltgesundheitsorganisation (ICD-10) ergibt sich eine Diagnose aus einer Summe von beschriebenen Beeinträchtigungen in diesen Bereichen.
 
Es gibt immer mehr autistische Menschen, welche ihre individuelle Erscheinungsform in den offiziellen Diagnosekriterien nicht ausreichend beschrieben finden. Dies gilt vor allem für die vielfältigen Erscheinungsformen des Asperger-Syndroms. Sie wehren sich auch dagegen, dass Autismus ausschließlich aus einer Summe von Defiziten beschrieben wird und setzen sich dafür ein, dass der Blick auch auf die Fähigkeiten gerichtet wird.  
 

weitere Besonderheiten
 

Aufgrund der Vielfalt an Erscheinungsformen sind die Wege zur Diagnoseerstellung teilweise mühsam und schwierig. Dies gilt vor allem für die autistischen Erscheinungsformen, die "von außen" zunächst wenig sichtbar sind (beispielsweise sehr oft beim "Asperger-Syndrom" oder manchen Fromen des "Atypischen Autismus").  

Das Erkennen der anderen Art der Informationsverarbeitung ist jedoch notwendig, damit die Entwicklungs- und Lebensbedingungen individuell angepasst werden können. Überforderungssituationen, Versagensängste und Depressionen sind sonst die Folge, und die Stärken und Fähigkeiten können nicht entwickelt werden.

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